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Nachrichten aus der Biodiversitäts-Forschung





13.12.2012: Forschung CH

Mehr Wiedehopfe dank Artenförderung

La huppe fasciée se porte mieux grâce au programme de conservation des espèces



In diesem Jahr brüteten in der Schweiz so viele Wiedehopfe wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dies ist ein Erfolg der Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und dem Bundesamt für Umwelt. Nach 10 Jahren Engagement wird deutlich: Artenförderung funktioniert, wenn der Wille und die Finanzen stimmen.

La huppe fasciée se porte mieux en Suisse. L'année 2012 a été la meilleure depuis des décennies pour cet oiseau menacé. Ce succès est le fruit de la collaboration entre la Station ornithologique suisse, l’Association Suisse pour la Protection des Oiseaux ASPO/BirdLife Suisse et l’Office fédéral de l’environnement. Constat: après 10 ans d’efforts coordonnés, moyennant volonté et soutien financier, le programme de conservation des espèces est un succès.


Noch vor zehn Jahren sah die Zukunftsperspektive für den Wiedehopf in der Schweiz düster aus. Einerseits wurden Baumhöhlen als Brutplätze immer seltener. Andererseits fanden die Altvögel immer weniger am Boden lebende Insekten als Futter für ihre Jungen. Deshalb brüteten in den Neunzigerjahren in der Schweiz nur noch knapp 100 Paare, mehrheitlich im Wallis und im Tessin.
Doch neueste Entwicklungen stimmen optimistisch. In diesem Jahr haben Ornithologen schweizweit mindestens 240 Reviere des Wiedehopfes gefunden. In zahlreichen Projektregionen haben wir dem Wiedehopf den Zugang zu seiner Nahrung erleichtert. Dank den weit über tausend aufgehängten Spezialnistkästen finden Wiedehopfe auch wieder sichere Orte, um ihre Jungen aufzuziehen.

Möglich wurde dieser Erfolg durch eine einmalige Kräftebündelung. Vor 10 Jahren starteten der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, die Schweizerische Vogelwarte Sempach und das Bundesamt für Umwelt BAFU das Mehrjahres-Programm „Artenförderung Vögel Schweiz“. Um die Kantonen bei Schutzmassnahmen zu unterstützen, wurden die Kenntnisse zu den gefährdeten Vogelarten in Aktionsplänen publiziert. Dank diesen soliden und umfassenden Grundlagen konnten gemeinsam mit lokalen Partnern die bedrohten Vogelarten mit massgeschneiderten Aktionen unterstützt werden.

Für den Erfolg ist neben dem grossen und langfristigen Engagement der Partner die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand, Stiftungen und Spender von herausragender Bedeutung. Dank der engen Kooperation erholen sich auch die Bestände der Flussseeschwalbe, des Steinkauzes, des Weissstorchs und des Mittelspechts langsam wieder. Dennoch bleibt viel zu tun, drohen doch ehemals häufige Arten langsam zu verschwinden. Es braucht weiterhin eine starke Artenförderung, damit es insbesondere den Arten des Landwirtschaftsgebiets nicht so ergeht, wie der Bekassine und dem Grossen Brachvogel: Sie sind in der Schweiz praktisch ausgestorben.

Quelle: Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und Schweizerische Vogelwarte

Keywords:
Artenförderung; Vogel; Wiedehopf

Art der Publikation:
Bericht
http://www.vogelwarte.ch/mehr-wiedehopfe-dank-artenfoerderung.html

Kontaktadresse:
Werner Müller
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz
8036 Zürich

Reto Spaar
Schweizerische Vogelwarte
6204 Sempach
werner.mueller@birdlife.ch
reto.spaar@vogelwarte.ch
Tel: +41 (0)79 448 80 36; +41 (0)41 462 97 31


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